Poesie

Vertrauen.

Schwere zieht durch meine Knochen
hält mich am Boden
hab mich so oft verkrochen
verbogen
um zu gefallen.
Klein beigegeben
doch war innerlich dabei
nach mehr zu streben.

Diese Schwere hält mich gefangen,
hält mich fest.
Doch vielleicht ist alles nur ein Test,
ob ich loslassen kann.
Wirklich loslassen und dem Leben und anderen vertrauen.
Aber vor allem mir selbst.

Vertrauen wächst im Innern,
in jedem Moment,
also fang mich nicht auf, wenn ich falle,
ich selbst werde mir Halt geben.
Mach mich nicht mehr klein
und werde bei jedem Schritt präsent bei mir sein.
Mich wohlwollend führen,
durch all die Stürme,
die mich zum Straucheln bringen.

Wir – du und ich – können uns erheben,
und so viel mehr sein,
so viel mehr erreichen, als wir denken.
Dieses Vertrauen dürfen wir uns schenken.

Das Einzige, was wir brauchen,
ist der Glaube an uns selbst,
und das Wissen,
dass wir genügen, so wie wir sind.




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Poesie

Sei das Licht, das du bist.

Ich könnte auf alles zeigen,
was du kannst,
auf all das Gute, das du ausstrahlst.
Wie auf Sterne am Himmel.

Dieses Strahlen,
dieses Licht,
diese Schönheit
würdest du sehen.

Doch was ist mit deiner eigenen?
Siehst du sie?
Fühlst du sie?
Schätzt du sie?

Ich sehe alles, was du bist,
und alles, was in dir verborgen liegt.
Wieso du nicht?

Ich werde so lange darauf zeigen,
bis du nicht nur siehst,
wie schön du bist
– innen wie außen –
sondern es auch fühlst.

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Poesie

Was uns atmen lässt.

Jahrzehntelang auf Glasscherben balanciert,
um niemanden zu verletzen,
blutige Fußspuren hinterlassen.

Denn so ist, wie es sein muss.
Still. Unauffällig. „Brav“. Angepasst.
Bloß nicht auffallen.

Der Frieden im Außen war Priorität,
während im Innern ein Sturm aufzog,
alles an Licht verschlang.

Heute halte ich den Sturm nicht mehr im Innern.
Lasse ihn sich ausdehnen.
Denn so ist, wie es sein sollte.

Unsere Stimme hat Macht,
hat Wirkung,
ist Ausdruck.

Ein Wort kann einschlagen wie ein Blitz,
kann ein Feuer entfachen
in und um uns.

Denn so ist, wie es sein sollte:
aussprechen, was in uns lodert.
Emotionen fühlen
und nicht ersticken.

Denn das ist,
was uns atmen lässt.

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Poesie

Rage.

Befeuert wird die Wut,
die unseren Seelen nicht guttut.
Nicht heute, nicht morgen
verschwinden diese Sorgen.

Eis bedeckt nicht nur unsere Straßen,
sondern auch unsere Herzen.
Peng – ein Menschenleben ausgelöscht.
Unendliche Schmerzen.

Der Täter applaudiert und lacht,
was hat Hass nur aus dieser Welt gemacht?

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Poesie

Innehalten ist keine Schwäche.

Wann hast du zuletzt nichts getan – und es ausgehalten?

In Videos muss viel passieren.
Schnell sprechen, bloß keine Pause aufkommen lassen, denn das Risiko, die Absprungrate zu erhöhen, ist zu groß.
Schneller, vollgepackt mit Effekten. Es muss immer etwas passieren, dem Gehirn bloß keine Zeit lassen.

Jahresanfang.
Bombardement unzähliger Webinare.
Mit diesem Wissen machst du 5k mehr im Monat.
So verdienst du als Copywriter das Zehnfache.
Erfolgreich abnehmen mit diesen sieben Tipps.
Höher, schneller, weiter.
Mit diesen Gewohnheiten hebst du deine Leistung auf ein neues Level.

Stetige Selbstoptimierung.
Bloß nicht nachlassen.

Und so hetzen wir von A nach B, mit unzähligen To-Do-Büchern in unserem Kopf.

Lass mich ein To-Want hinzufügen.
Zur Ruhe kommen.
Durchatmen.
Sich akzeptieren.
Der Langsamkeit wieder Raum geben.
Träumen.

Wir sind nicht hier, um in einem Hamsterrad im Kreis zu laufen und immer schneller zu rennen.
Ohne durchzuatmen.
Ohne uns selbst Raum zu geben – für Wachstum, für Ziele, für Freude, für Freundschaft, für Liebe.
Das ist es, was uns lebendig hält.

Wie wäre es mit weniger Müssen und mehr Wollen?
Wie wäre es mit weniger Selbstoptimierung und mehr Akzeptanz, Wohlwollen und Empathie für uns selbst?
Wie wäre es mit weniger passivem Konsumieren und mehr Präsenz – für uns, für andere, für unsere tiefsten Wünsche und Träume?

Müssen wir den nächsten Trend auf TikTok wirklich miterleben?
Oder ist nicht unser Leben die spannendste Abfolge von Szenen?

Wie wäre es mit weniger Rennen und mehr Langsamkeit,
um das Leben – unser Leben – auch wirklich wahrzunehmen?

Vielleicht beginnt genau dort, was wir so lange gesucht haben: nicht im Mehr, sondern im Innehalten.

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Alltagsgedanken, Poesie

Außerhalb der Norm.

Manchmal türmt sich alles auf:
negative Gedanken, Probleme, Dinge, die nicht so laufen, wie wir es uns wünschen.
Alles wächst zu einer schier unüberwindbaren Mauer.

Über unsere Haut zieht ein Schauer, Härchen stellen sich auf, wir erstarren.
Verzweiflung und Überforderung führen zur Prokrastination.
Stillstand.

So verharren wir in der Panik.
In dem Glauben, dass es uns bestimmt ist, zu erleben, was gerade passiert.
Entweder wir akzeptieren den Umstand, dass es nun mal ist, wie es ist – und erkennen an, dass wir selbst Einfluss auf alles im Leben haben.
Denn wir haben die Macht, Umstände zu beeinflussen.
Oder aber wir verharren in alten Mustern und lassen das Leben über uns bestimmen.

Klar, was für manche Menschen ganz leicht erscheint, kann anderen mehr Energie und Mut abverlangen.
Doch wir alle haben Einfluss.
Mit unserer Stimme, unserem Sein, unseren Entscheidungen.

Wir können uns von der Angst leiten lassen – die, wie wir wissen, manchmal sinnvoll ist, uns aber in den meisten Fällen nicht gut berät.
Oder wir wenden uns dem Mut zu,
glauben an uns und treten aus dem Schatten.

Auch wenn sich eine Mauer vor uns auftürmt und wir verzweifelt versuchen, sie zu erklimmen, dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch Anlauf nehmen können, um sie zu durchbrechen. Genauso wie wir Muster durchbrechen können.

Sei mutig.
Geh einen Schritt nach dem anderen.
Lass dich nicht in Schubladen pressen,
dich nicht einengen.
Gib nicht auf.
Glaub an dich,
und lass dich selbst niemals im Stich.

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Poesie

Für viele ein Anfang, für manche das Ende.

Neues Jahr, neues Glück.
Während andere feiern, hast du dich dazu entschlossen,
diese Welt zu verlassen,
vielleicht hast du gemerkt, dass Momente verblassen,
und manchmal nichts mehr bleibt als Taubheit.
Alles in dir schreit: Das muss das Ende sein.

Und das war es dann auch.
Während draußen alles laut ist, denn das ist Brauch.
Wirst du ganz leise und gingst.

Ich wünschte mir, du hättest dich anderen
und einem anderen Weg geöffnet.

Sollte es dir eines Tages auch so gehen,
dass du keinen anderen Weg siehst als diesen,
vertrau dich bitte jemandem an.

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Poesie

In between lines

Zwischen den Zeilen
liegt vieles verborgen,
schwelt so manches vor sich hin,
folgt unbekannten Mustern,
versteckt zwischen schönen, bunten Worten,
die die wahre Botschaft verschleiern.

Schwer und bleiern
kann das Dazwischen sein,
der Tanz zwischen Nähe und Distanz.

Zwischen den Zeilen
möchten wir manchmal ungern verweilen
und halten andere lieber auf Abstand:
Zu groß ist die Gefahr,
gesehen zu werden,
wirklich gesehen zu werden.

Also sagen wir, was wir meinen, ganz indirekt
– verpackt in umschreibenden Metaphern,
die nur das Nötigste preisgeben.

Aus Angst vor Be- und Verurteilung
halten wir es vage
und hoffen insgeheim,
andere mögen erkennen,
was wir nicht zu sagen wagen.

Doch vielleicht spiegelt die Verbindung zu anderen
die, die wir zu uns selbst haben.
Wie also wollen wir einander wirklich begegnen,
wenn wir uns vor den Tiefen unserer Selbst fürchten?

Klarheit und Wahrheit mögen beängstigend sein,
doch wahre Verbindung kann nur entstehen,
wenn wir in die Tiefen abtauchen.
Denn erst in wahrer Tiefe
können wir das Leben in all seinen Farben erfahren.

Erst, wenn wir uns wirklich zeigen,
hat Begegnung Bedeutung.

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Poesie

In fremde Seelen eintauchen.

Trag mich dorthin,
wo Münder sprechen, was Herzen meinen.
Wo Worte noch Bedeutung haben
und wundervoll bunte Welten voller Liebe kreieren.
Führe mich zu den Menschen,
die anderen auf einer tiefen Ebene begegnen,
weil sie sich selbst in die dunkelsten Ecken
gefolgt sind.

Menschen, die sich nicht scheuen
vor all den Empfindungen ihrer Zeit.
Führe mich auf ihre Pfade,
denn dafür bin ich bereit.

Eintauchen,
tief tauchen,
in fremde Seelen,
die schon bald zu treuen Weggefährten werden.

Das ist der Sinn meines Seins: Verbindung
– zu mir selbst
und zu anderen.

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Poesie

Im Wandel begriffen.

Im Wandel sind mein Körper und meine Seele begriffen,
von der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt wurden und werden
meine Gedanken geschliffen,
hab mich so oft verglichen und bin dabei an meine Grenzen gestoßen,
manche Seiten an mir hab ich deswegen weggestoßen,
sicher in einer Truhe verschlossen,
für die niemand einen Schlüssel hat,
nicht einmal ich selbst
– so dachte ich.
Doch durch den Spalt zwischen Deckel und Truhe
schimmern sie hindurch
wie kleine Blitze,
die Ecken und Kanten meiner Selbst.
Manchmal bin ich kurz davor,
das Schloss aufzubrechen,
doch dann sind sie wieder da:
Die Momente,
die in mir pulsieren
und stechen,
in meine wunderschön zarte Haut.
Dieser Schmerz ist mir vertraut,
mehr noch,
er ist mein Zuhause.
Die Truhe zu öffnen
würde bedeuten,
diesen sicheren, aber doch schmerzhaften Hafen zu verlassen,
und verblassen zu lassen,
was war und was ich selbst von mir dachte.
Ganz sachte
setze ich einen Fuß vor den anderen
und gehe mit jedem Zentimeter
ein Stück mehr auf mich zu.
Denn ich bin es,
der Schlüssel zu mir selbst.  
Ein tiefer Atemzug und ein Klacken
und ich lasse sacken,
diese starke Verbindung,
die mich durchfährt,
während ich auf das Strahlen
meiner inneren Welt blicke.

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