Poesie

Innehalten ist keine Schwäche.

Wann hast du zuletzt nichts getan – und es ausgehalten?

In Videos muss viel passieren.
Schnell sprechen, bloß keine Pause aufkommen lassen, denn das Risiko, die Absprungrate zu erhöhen, ist zu groß.
Schneller, vollgepackt mit Effekten. Es muss immer etwas passieren, dem Gehirn bloß keine Zeit lassen.

Jahresanfang.
Bombardement unzähliger Webinare.
Mit diesem Wissen machst du 5k mehr im Monat.
So verdienst du als Copywriter das Zehnfache.
Erfolgreich abnehmen mit diesen sieben Tipps.
Höher, schneller, weiter.
Mit diesen Gewohnheiten hebst du deine Leistung auf ein neues Level.

Stetige Selbstoptimierung.
Bloß nicht nachlassen.

Und so hetzen wir von A nach B, mit unzähligen To-Do-Büchern in unserem Kopf.

Lass mich ein To-Want hinzufügen.
Zur Ruhe kommen.
Durchatmen.
Sich akzeptieren.
Der Langsamkeit wieder Raum geben.
Träumen.

Wir sind nicht hier, um in einem Hamsterrad im Kreis zu laufen und immer schneller zu rennen.
Ohne durchzuatmen.
Ohne uns selbst Raum zu geben – für Wachstum, für Ziele, für Freude, für Freundschaft, für Liebe.
Das ist es, was uns lebendig hält.

Wie wäre es mit weniger Müssen und mehr Wollen?
Wie wäre es mit weniger Selbstoptimierung und mehr Akzeptanz, Wohlwollen und Empathie für uns selbst?
Wie wäre es mit weniger passivem Konsumieren und mehr Präsenz – für uns, für andere, für unsere tiefsten Wünsche und Träume?

Müssen wir den nächsten Trend auf TikTok wirklich miterleben?
Oder ist nicht unser Leben die spannendste Abfolge von Szenen?

Wie wäre es mit weniger Rennen und mehr Langsamkeit,
um das Leben – unser Leben – auch wirklich wahrzunehmen?

Vielleicht beginnt genau dort, was wir so lange gesucht haben: nicht im Mehr, sondern im Innehalten.

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Alltagsgedanken, Poesie

Außerhalb der Norm.

Manchmal türmt sich alles auf:
negative Gedanken, Probleme, Dinge, die nicht so laufen, wie wir es uns wünschen.
Alles wächst zu einer schier unüberwindbaren Mauer.

Über unsere Haut zieht ein Schauer, Härchen stellen sich auf, wir erstarren.
Verzweiflung und Überforderung führen zur Prokrastination.
Stillstand.

So verharren wir in der Panik.
In dem Glauben, dass es uns bestimmt ist, zu erleben, was gerade passiert.
Entweder wir akzeptieren den Umstand, dass es nun mal ist, wie es ist – und erkennen an, dass wir selbst Einfluss auf alles im Leben haben.
Denn wir haben die Macht, Umstände zu beeinflussen.
Oder aber wir verharren in alten Mustern und lassen das Leben über uns bestimmen.

Klar, was für manche Menschen ganz leicht erscheint, kann anderen mehr Energie und Mut abverlangen.
Doch wir alle haben Einfluss.
Mit unserer Stimme, unserem Sein, unseren Entscheidungen.

Wir können uns von der Angst leiten lassen – die, wie wir wissen, manchmal sinnvoll ist, uns aber in den meisten Fällen nicht gut berät.
Oder wir wenden uns dem Mut zu,
glauben an uns und treten aus dem Schatten.

Auch wenn sich eine Mauer vor uns auftürmt und wir verzweifelt versuchen, sie zu erklimmen, dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch Anlauf nehmen können, um sie zu durchbrechen. Genauso wie wir Muster durchbrechen können.

Sei mutig.
Geh einen Schritt nach dem anderen.
Lass dich nicht in Schubladen pressen,
dich nicht einengen.
Gib nicht auf.
Glaub an dich,
und lass dich selbst niemals im Stich.

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Poesie

Für viele ein Anfang, für manche das Ende.

Neues Jahr, neues Glück.
Während andere feiern, hast du dich dazu entschlossen,
diese Welt zu verlassen,
vielleicht hast du gemerkt, dass Momente verblassen,
und manchmal nichts mehr bleibt als Taubheit.
Alles in dir schreit: Das muss das Ende sein.

Und das war es dann auch.
Während draußen alles laut ist, denn das ist Brauch.
Wirst du ganz leise und gingst.

Ich wünschte mir, du hättest dich anderen
und einem anderen Weg geöffnet.

Sollte es dir eines Tages auch so gehen,
dass du keinen anderen Weg siehst als diesen,
vertrau dich bitte jemandem an.

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Poesie

In between lines

Zwischen den Zeilen
liegt vieles verborgen,
schwelt so manches vor sich hin,
folgt unbekannten Mustern,
versteckt zwischen schönen, bunten Worten,
die die wahre Botschaft verschleiern.

Schwer und bleiern
kann das Dazwischen sein,
der Tanz zwischen Nähe und Distanz.

Zwischen den Zeilen
möchten wir manchmal ungern verweilen
und halten andere lieber auf Abstand:
Zu groß ist die Gefahr,
gesehen zu werden,
wirklich gesehen zu werden.

Also sagen wir, was wir meinen, ganz indirekt
– verpackt in umschreibenden Metaphern,
die nur das Nötigste preisgeben.

Aus Angst vor Be- und Verurteilung
halten wir es vage
und hoffen insgeheim,
andere mögen erkennen,
was wir nicht zu sagen wagen.

Doch vielleicht spiegelt die Verbindung zu anderen
die, die wir zu uns selbst haben.
Wie also wollen wir einander wirklich begegnen,
wenn wir uns vor den Tiefen unserer Selbst fürchten?

Klarheit und Wahrheit mögen beängstigend sein,
doch wahre Verbindung kann nur entstehen,
wenn wir in die Tiefen abtauchen.
Denn erst in wahrer Tiefe
können wir das Leben in all seinen Farben erfahren.

Erst, wenn wir uns wirklich zeigen,
hat Begegnung Bedeutung.

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Poesie

In fremde Seelen eintauchen.

Trag mich dorthin,
wo Münder sprechen, was Herzen meinen.
Wo Worte noch Bedeutung haben
und wundervoll bunte Welten voller Liebe kreieren.
Führe mich zu den Menschen,
die anderen auf einer tiefen Ebene begegnen,
weil sie sich selbst in die dunkelsten Ecken
gefolgt sind.

Menschen, die sich nicht scheuen
vor all den Empfindungen ihrer Zeit.
Führe mich auf ihre Pfade,
denn dafür bin ich bereit.

Eintauchen,
tief tauchen,
in fremde Seelen,
die schon bald zu treuen Weggefährten werden.

Das ist der Sinn meines Seins: Verbindung
– zu mir selbst
und zu anderen.

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Poesie

Im Wandel begriffen.

Im Wandel sind mein Körper und meine Seele begriffen,
von der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt wurden und werden
meine Gedanken geschliffen,
hab mich so oft verglichen und bin dabei an meine Grenzen gestoßen,
manche Seiten an mir hab ich deswegen weggestoßen,
sicher in einer Truhe verschlossen,
für die niemand einen Schlüssel hat,
nicht einmal ich selbst
– so dachte ich.
Doch durch den Spalt zwischen Deckel und Truhe
schimmern sie hindurch
wie kleine Blitze,
die Ecken und Kanten meiner Selbst.
Manchmal bin ich kurz davor,
das Schloss aufzubrechen,
doch dann sind sie wieder da:
Die Momente,
die in mir pulsieren
und stechen,
in meine wunderschön zarte Haut.
Dieser Schmerz ist mir vertraut,
mehr noch,
er ist mein Zuhause.
Die Truhe zu öffnen
würde bedeuten,
diesen sicheren, aber doch schmerzhaften Hafen zu verlassen,
und verblassen zu lassen,
was war und was ich selbst von mir dachte.
Ganz sachte
setze ich einen Fuß vor den anderen
und gehe mit jedem Zentimeter
ein Stück mehr auf mich zu.
Denn ich bin es,
der Schlüssel zu mir selbst.  
Ein tiefer Atemzug und ein Klacken
und ich lasse sacken,
diese starke Verbindung,
die mich durchfährt,
während ich auf das Strahlen
meiner inneren Welt blicke.

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Poesie

Im Gehen zeigt sich der Weg.

Hier kommt ein neuer Text, den du dir auch in meinem Podcast „Poesiepause mit Nelli“, Folge 12, anhören kannst. Den Podcast findest du auf Spotify. Ich würde mich sehr freuen, wenn du reinhörst. 🙂
Hier der Link: https://open.spotify.com/episode/4uYDx8sCgDvGbRx5r1h6pD?si=5160197bb7cc4f32

Du denkst, dein Leben käme einem Untergrundtunnel nahe,
durch den du manchmal kriechend, manchmal aufrecht stehend,
ungesehen durch die Welt ziehst.
Du denkst, man könne dein Leben mit einem Todestanz vergleichen,
da deine Lebensfreude immer mehr verblasst,
wie ein Bild, das auf einer beschlagenen Oberfläche gezeichnet wurde
und nur selten wieder sichtbar ist.

Doch was ich sehe, ist eine wunderschön bunte Seele,
die sich kaleidoskopisch verändert, sich ausdehnt, wächst
und so viel Freude und Licht in diese Welt bringt.
Was ich höre, ist eine belebende, warme Stimme, die gerne singt,
auch wenn sie mit Herausforderungen ringt.
Was ich fühle, sind Umarmungen,
die verbinden und aus purer Liebe passieren.
Augen, die auf ihr Ziel gerichtet sind,
es manchmal wieder verlieren,
doch jedes Mal wieder dorthin zurückkehren.
Was ich spüre, ist ein Geist, der offen ist für verschiedene Ansichten,
neue Ideen, für die Geschichten anderer.

Deine Seele ist ein Wanderer,
der sich an verschiedenen Orten heimisch fühlt,
Sorgen und negative Gedanken mit einem herzlichen Lachen davon spült.
Und vielleicht bist du nicht auf der Flucht,
sondern auf der Suche.
Nicht im Schatten gefangen,
sondern im Wandel begriffen.
Nicht das Ankommen ist das Ziel,
sondern, dass du dich aufmachst,
weitergehst und erkundest,
was dich erfüllt:

Denn tief in dir drin,
weißt du,
dass sich Wege erst zeigen,
wenn du sie gehst.

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Poesie

Unter verblassenden Sternen

Deine Worte – einst so strahlend wie ein Sternenmeer,
sind mit der Zeit immer dunkler geworden,
sind erblasst.
Haben ihren Zauber verloren.
Dringen nicht mehr in Seelen
und auch nicht in deine.
Deine Schultern wiegen schwer,
als lägen auf ihnen Steine.
Doch auch wenn ich weine,
werden sie nicht leichter,
der Kloß im Innern bleibt.
Frisst sich immer tiefer in meine Knochen.
Lähmende Angst
zwingt mich zum Verharren.
Kann weder vor noch zurück.
Wo ist all das Glück,
das ich einst fühlte?
Sehe, wie die Welt zerbricht,
wie Menschlichkeit schwindet,
sich mein Sein darin windet
und nicht begreift,
wie all das sein kann.

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Poesie

Unter Trümmern geboren

Unter Trümmern geboren,
Tod und Leben geben sich die Hand.
Denn während das Leben aus ihren Eltern weicht,
wird das kleine Mädchen per Kaiserschnitt auf diese
dunkle Welt geholt.

Noch viel zu klein,
um zu verstehen, was passiert,
ist sie schon allein.
Über ihr: Bombengewitter.
Um sie herum: Ärzte, die alles geben, um sie zu retten.
Vor ihr: ein Überlebenskampf.

Sie ist nur ein Kind von Tausenden,
das seine Familie in diesem schrecklichen
Genozid verloren hat.

Tausende Geschichten, Tausende Menschen
ausgelöscht.
Menschen, die keine Stimme mehr haben,
deren Geschichte ein abruptes Ende fand.

Die, die noch leben,
kämpfen abgekapselt von der Außenwelt
um jeden Atemzug,
um jeden neuen Tag.
Haben nichts zu essen,
kein sauberes Trinkwasser.
Schleppen sich zur vermeintlich sicheren
Essensausgabestelle.
Mit Hoffnung im Herzen
nähern sie sich ihr – ein Schuss.
Ein weiteres Leben ausgelöscht.
Wer schießt auf einen Menschen,
aus dem die Verzweiflung trieft?
Geht nicht in meinen Kopf,
kann es nicht begreifen.

Und während die Menschen dort um ihr
Überleben kämpfen,
spaltet sich die Welt,
denn wer hat denn nun recht?
Alles nur Propaganda, alles Lügen.
Doch meine Augen sind offen,
mein Herz am Brechen,
mein Atem stockt.

Es.
Sterben.
Menschen.
Zu Tausenden.  

Du hast dich nicht genug dazu belesen.
Überprüfe deine Quellen.
Du kannst dazu nicht genug sagen.

Doch geht es hier wirklich um Quellen?
Nicht etwa um Menschlichkeit?

Denn sehen wir sie nicht alle?
Die endlose Leichenspur.

Wenn Leben beendet werden,
Seelen qualvoll verenden.
Wie kann das rechtens sein?




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Poesie

Gastbeiträge für Podcast zu vergeben


Hallo an alle,

wie ihr wisst, gibt es jede Woche zwei neue Folgen meines Podcasts.
Da ich derzeit erkältet bin und es nicht schaffe, neue Folgen für diese Woche aufzunehmen, möchte ich Euch fragen:

Gibt es unter Euch Poet*innen, die Lust haben, ein selbstverfasstes Gedicht aufzunehmen und mir für den Podcast zur Verfügung zu stellen? Ich kann zwei Gastfolgen vergeben, in denen ich Eure Texte mit meinen Hörer*innen teile. Natürlich verlinke ich Euch – sei es Euer Blog, Euer Instagram-Account oder eine andere Plattform, auf der ihr aktiv seid.

Egal ob gefühlvoll oder humorvoll – ich freue mich über jede Art von Beitrag! Am liebsten wäre mir eine Länge zwischen 2 und 7 Minuten, aber das ist kein Muss. Schickt mir einfach eine kurze Nachricht, wenn ihr Lust habt, dabei zu sein, dann klären wir alles Weitere.

In Zukunft würde ich auch gerne gemeinsame Folgen mit anderen Poet*innen planen – um zum Beispiel darüber zu sprechen, wie unsere Texte entstehen, was uns inspiriert und was Schreiben für uns bedeutet. Falls das für Euch interessant klingt, lasst es mich gerne wissen oder hinterlasst einen Kommentar.

Der Beitrag darf auch gerne geteilt werden, falls ihr jemanden kennt, für den*die das spannend sein könnte.

Danke Euch schon mal im Voraus!
Ich freue mich auf Eure Worte!

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