Archiv für den Monat November 2012
| Steg |
Auf dem Steg,
zwischen damals und heute.
Er wippt und scheint zu reden.
Dröhnt.
Bringt meinen Kopf zum Vibrieren.
Steh‘ still.
Bloß nicht rühren.
Wasserspiegel unter mir.
Zeigt Szenen meines Lebens.
Spult vor, spult mal zurück.
Hypnotisierende Zeitlupe.
Wolken schieben
sie fort,
drängen sich auf.
Lassen alles verschwinden.
Kurzzeitiger Frieden.
Dann ein Platschen.
Der Verstand setzt aus,
sieht nur.
Sieht ihm hinterher.
Meinem Herzen.
Treibend,
auf dem Wasser.
Richtung Zukunft.
© Nelli H.
| Momente |
Hinabfallende Momente.
Beruhigend.
Manchmal.
Schnell vorüber.
Beeilen wir uns,
können wir sie erblicken.
Können erkennen,
was wir vorher nicht
wussten.
Nicht wissen wollten.
Momente, die uns prägen.
In unser Fleisch schneiden.
Unsere Sehnen durchtrennen.
Uns verloren zurücklassen.
Momente, die uns auffangen.
Uns festhalten, uns wiegen.
Uns zeigen, was wir können.
Momente, die uns vergessen lassen,
dass wir einsam sind.
Die uns zärtlich umgarnen.
Uns durchs Haar fahren und flüstern,
wie wertvoll wir sind.
Momente.
Einzigartig.
Flüchtig.
Alles.
© Nelli H.
Gelbe Schönheit.
„Die Wahrheit ist vorhanden für den Weisen, die Schönheit nur für ein fühlendes Herz.“
(Schiller)
Gedankenlos.
Wasserrauschendes Meergefecht ertränkt mich,
Vorgelgesang lässt mich vergessen, für einen Moment.
Gewitterndes Windgeflüster versetzt mich in Trance.
Gedanklich sitz‘ ich auf einer Bank,
getränkt ins Glücksgefühl.
Der Himmel, fast durchsichtig, so klar.
Lässt mich erkennen des Vorhangs Geheimnis.
© Nelli H.
Wohlige Stille.
Verharrend, in der Stille.
Benetzt der Regen meine Haut
mit lauwarmem Leben.
Das Prasseln belebt mein Gehör.
Losgelöst.
Verharrend darin.
Dem Fallen.
© Nelli H.
Mein erstes und einziges „Kunstwerk“
Hallo, ihr Lieben!
Ihr lasst Euch die Laune von dem Regen hoffentlich nicht vermiesen und habt einen wunderbaren Tag.
Um etwas „Farbe“ in den tristen Sonntag zu bringen, dürft Ihr nun einen Blick auf mein erstes und auch einziges „Kunstwerk“ werfen.
Vor einiger Zeit wusste ich nichts mit mir anzufangen und habe, wie so oft, einfach auf einem Stückchen Papier gerumgekritzelt, hier ist es:
Ich freue mich über jeden Kommentar von Euch! 🙂
Beste Grüße,
Nelli.
Das Erkennen.
Fortlaufend.
Als würde sich das Innerste das erste mal dem Äußeren entgegenstrecken.
Seine kleinen Finger der Einsamkeit nach den fallenden Blättern, die das Licht brechen, recken. Eine kleine Bewegung der Freiheit ausführen.
Doch unsicher wie es ist, schreckt es bei jedem Windhauch zurück. Zieht sich zusammen. Versteckt sich immer weiter hinter der Fassade.
Der Fassade des Zusammenseins, die die dunklen Schatten mit Licht flutet. Die kleinen Finger neigen sich immer weiter der Handfläche zu. Ballen eine Faust. Verkrampfen.
Der Film des Sommers zieht vorüber. Erinnerungen hallen wie Schritte auf dem Asphalt. Mal laut, mal leiser. Stimmen, die zerren, springen verhöhnend von Klippen direkt in unser Herz. Die Wellen spülen die Liebe davon, nehmen alles mit, was sie bekommen. Die Erinnerungen verblassen, lassen schroffe Gedanken zurück. Doch irgendwann sind auch diese fort.
Aus Sommer ist Winter geworden.
© Nelli H.
Anschein.
Der Versuch,
es zu rücken,
das Licht.
Balast soll verschwinden.
Verschluckt vom Schatten.
Rücke das Licht.
Rück‘ den Schein in das Licht.
Keiner wird es merken,
denn keiner guckt so genau.
Keiner.
Jeder beschäftigt mit sich.
Doch zu rücken ist nichts mehr.
Man kann es nicht mehr schönen.
Zu tief war das alles.
Da reicht es nicht hin.
© Nelli H.



