Poesie

All das Gesagte und das Dazwischen.

Dein Blick traf meinen.
Die Bewegung deiner Hand,
die eben noch die Türklinke greifen wollte,
stockte für einen kurzen Moment.
Du hieltest inne,
dein erster Impuls war es, wieder zu gehen.
Doch du kamst herein
und alles, was du sagtest:
„Sechs Schokobananen, bitte.“
Nur ein „Hallo“ verließ meine Lippen, ansonsten blieb ich stumm.
„Die sind nicht alle für mich,
sondern für meine Kollegen“, sagtest du,
und sahst zu, wie ich sie verpackte,
samt meiner Wut, meiner Wut auf dich.
Meine Stimmbänder schwangen nicht,
doch mein Innerstes wollte schreien,
in dein Gesicht,
doch ich tat es nicht.
Denn was würde es ändern?
Das Leben zieht seine Kreise,
auf seine eigene Weise.
Du bist inzwischen allein, von allen verlassen.
Erinnerungen verblassen,
doch unsichtbare Wunden nicht.
Sie haben einen eigenen Herzschlag,
erinnern uns an Worte,
die uns kleiner machten,
unser Licht dimmten,
auch wenn sie – wie ich heute weiß –
nicht stimmten.
Und doch spielen sie immer und immer wieder eine Symphonie
der Traurigkeit in uns ab.
Wir können sie akzeptieren, über sie sprechen, sie verarbeiten.
Doch verschwinden werden sie nie.

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