Poesie

Gedankenlos.

Wasserrauschendes Meergefecht ertränkt mich,

Vorgelgesang lässt mich vergessen, für einen Moment.

Gewitterndes Windgeflüster versetzt mich in Trance.

Gedanklich sitz‘ ich auf einer Bank,

getränkt ins Glücksgefühl.

Der Himmel, fast durchsichtig, so klar.

Lässt mich erkennen des Vorhangs Geheimnis.

© Nelli H.

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Poesie

Fortlaufend.

Als würde sich das Innerste das erste mal dem Äußeren entgegenstrecken.
Seine kleinen Finger der Einsamkeit nach den fallenden Blättern, die das Licht brechen, recken. Eine kleine Bewegung der Freiheit ausführen.
Doch unsicher wie es ist, schreckt es bei jedem Windhauch zurück. Zieht sich zusammen. Versteckt sich immer weiter hinter der Fassade.
Der Fassade des Zusammenseins, die die dunklen Schatten mit Licht flutet. Die kleinen Finger neigen sich immer weiter der Handfläche zu. Ballen eine Faust. Verkrampfen.
Der Film des Sommers zieht vorüber. Erinnerungen hallen wie Schritte auf dem Asphalt. Mal laut, mal leiser. Stimmen, die zerren, springen verhöhnend von Klippen direkt in unser Herz. Die Wellen spülen die Liebe davon, nehmen alles mit, was sie bekommen. Die Erinnerungen verblassen, lassen schroffe Gedanken zurück. Doch irgendwann sind auch diese fort.
Aus Sommer ist Winter geworden.

© Nelli H.

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Poesie

| Wortperlen. |

Deine Worte,
sie plätschern.
Ich höre,
wie jedes Wort von dir
wie ein Wassertropfen
auf mich niederfällt.
Bei jedem Wort
ein Plätschern.
Sekündliches Getropfe
auf meine eiskalte Haut.
Ich spüre nichts,
selbst nach Stunden
deines andauernden Wasserfalls,
ist meine Kleidung nicht durchnässt.
Sie perlen,
perlen ab.
Fallen.
Brechen am Boden entzwei.
Existieren für mich nicht.
Versinken in der Erde,
werden bröckelig.
Vor einiger Zeit wäre ich darin
ertrunken,
elendig untergegangen.
Doch nun perlen sie ab
und verschwinden.
Du wirst immer heller,
irgendwann wirst du
unsichtbar
für mich sein.

© Nelli H. H.

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Poesie

L ich t fu nk e n

Tageslicht, tanzend mit der Abenddämmerung.
Seicht verschwindend, immer dunkler.
Der Tag verschwimmt mit nächtlicher Finsternis.
Lässt auch die Seelen der Freude
an manchen Tagen nur die Nacht sehen.
Nur die Nacht.
Ab und an, ein kleiner Lichtfunke.
Gespendet durch vorbeifahrende Autos.
Autos, in denen Menschen Geschichten erzählen. 
Lächelnd, weinend, vergessend, erinnernd,
verträumt, erregt, bezaubert.
So fahren sie.
Fortfahrend.
Bei Zeiten wiederkehrend,
den Rücken kehrend,
den Kopf leicht zur Seite geneigt.
Schwelgen und verwelken sie.
Die Gedanken.
An das, was war,
was sein könnte,
was jetzt ist.
Katastrophen des Alltäglichen.
Entstehend, in uns.
Weil wir grübeln und verübeln.
Das Wesentliche vergessend, verschwimmen wir mit den Lichtfunken.

© Nelli H. H.

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