Fotografie, Poesie

Leuchten.

© Nelli H.

© Nelli H.

 

gebrochen an den narben der zeit
ist mein blick stählern
fast schon leer
fast
erfasst er deinen
wird er weich
warm
zärtlich
dein blick ist offenbarung
offenbarung wie es sein kann
angst schängelt sich an den narben entlang
lässt sie hart werden
lässt das gewicht noch schwerer werden
angst vor so vielem
angst vor menschen, die nicht akzeptieren können
gar verachten
wie man ist
erkenntnis
beizeiten
lehrt, dass es nicht wichtig ist.
Nicht zählt.
Was wer wo wann denkt
alles was zählt sind die eigenen
die eigenen taten
die ziele, die verschiedene wege bestimmen
lechzend nach der täglichen nahrung
der liebe der menschen um uns herum
die uns einlullt und trägt
durch den wind der zeit
der uns hin und her wiegt
in der dunkelheit unserer gedanken
die uns umschlingen
mit dem zorn ihrer intensität
dem zorn auf uns selbst
chancen verpasst zu haben
worte nicht gesprochen zu haben
die auf der zunge brannten
worte nicht gehört zu haben
die andere in der stille geschrien haben
halten wir inne und warten
und doch ist jeder tag wie der davor
mal intensiver
mal langsamer
mal schneller
mal schmerzhafter
wir machen weiter
wie wir es gewohnt sich
unsere eigenen bedürfnisse vergessend
festgefahren im Rad der Zeit
ohne, dass es gut ist
ohne, dass wir es wollen
und doch hat uns der Stillstand eingeholt
die dämmerung flüstert uns zu,
dass der nächste tag anders wird
dass es ein tag wird, der alles verändert
der uns verändert
die hoffnung schließt sich um unser herz
und beschleunigt den puls
die leuchtenden augen können es kaum erwarten
sich zu schließen
bis zum nächsten morgen
um dem glück direkt ins gesicht zu blicken
denn wir wissen,
wir können ändern, was wir wollen
und das leben zu unserer eigenen galerie machen
die unsere verschiedenen facetten darstellt
uns selbst in anderem licht erscheinen lässt
einzigartigkeit zeichnet uns aus
jeden von uns
morgen kommt der tag, der alles verändern wird
unsere narben werden leuchten

© Nelli H.

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Poesie

Dazwischen.

mein blick
auf wanderschaft
streift sanft über deinen arm
                                                                            bis mein blick an deinem handgelenk
                                                                            mündet
                                                                            verweilt
                                                                             neblig wird

dieser anblick lässt mich
mich verlieren
falle durch die zeit
zurück
                                                                              blicke dein gesicht an
                                                                              doch es ist konturenlos
                                                                               verschwommen
riskiere einen blick
deine haut ist glatt
nicht bedeckt von furchen
völlig glatt

                                                                             dein räuspern holt mich zurück
                                                                             geblendet von dem spiegel der zeit

schließe ich die augen
die zeit
zwischen damals
und heute

                                                                                   fehlt

 

 

© Nelli H.

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