Poesie

Was uns atmen lässt.

Jahrzehntelang auf Glasscherben balanciert,
um niemanden zu verletzen,
blutige Fußspuren hinterlassen.

Denn so ist, wie es sein muss.
Still. Unauffällig. „Brav“. Angepasst.
Bloß nicht auffallen.

Der Frieden im Außen war Priorität,
während im Innern ein Sturm aufzog,
alles an Licht verschlang.

Heute halte ich den Sturm nicht mehr im Innern.
Lasse ihn sich ausdehnen.
Denn so ist, wie es sein sollte.

Unsere Stimme hat Macht,
hat Wirkung,
ist Ausdruck.

Ein Wort kann einschlagen wie ein Blitz,
kann ein Feuer entfachen
in und um uns.

Denn so ist, wie es sein sollte:
aussprechen, was in uns lodert.
Emotionen fühlen
und nicht ersticken.

Denn das ist,
was uns atmen lässt.

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Poesie

Illuminate my soul.

„In fact, my soul and yours are the same. You appear in me, I appear in you.
We hide in each other.“ (Rumi)

Verstecke mich noch immer vor mir selbst. Vor der Welt, vor dem, was ich sein kann und möchte.
Verstecke mich hinter dem, was andere tun, sagen, was andere von mir wollen, das ich bin.
Und erkenne dabei nicht, dass Teile meiner Seele auch in anderen Menschen gelebt werden, wir sind verwoben, verbunden, wir sind alle Teil des Ganzen und erkennen nicht, dass wir zusammen so viel mehr erreichen können.
Der erste Schritt ist jedoch, sich selbst anzuerkennen, für all‘ das, was man ist, das, was einen ausmacht, sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen anzunehmen und zu lieben.
Der Schritt aus dem Schatten heraus, ist der schwerste, denn dann wird man gesehen. Wahrhaft gesehen.
Man wird sichtbar und somit verletzlich.
Doch im Leben geht es darum, Risiken einzugehen, um wirklich zu leben.
Raus aus dem Schatten, hinaus ins Licht.
Vergiss‘ dich selbst nicht.

© Nelli H. 

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