Poesie

Du bist wichtig.

Dunkle Gedanken bringen mich ins Wanken.
„Bin ich überhaupt wichtig?“
„Mache ich einen Unterschied?“
„Würden es andere merken, wenn ich nicht mehr hier wäre?“

Doch ich weise ich mich selbst in die Schranken.
Natürlich bin ich wichtig.
Natürlich mache ich einen Unterschied.
Natürlich würden es andere Menschen merken.

Und selbst wenn nicht –
liebe ich mich selbst genug,
um diesen Gedanken nicht nachzugeben.

Wenn du einmal diese Schwere spürst,
diese Gedanken hast,
wenn alles dunkel wirkt,
und du dich verloren fühlst,
dann wünsche ich mir für dich,
dass du dein eigener Anker sein kannst.
Dein eigener Lichtblick.

Denn dein Verstand wiederholt manchmal alte Muster
und erzählt dir Dinge,
die nicht wahr sind.

Du bist wichtig.

Du weißt nicht, wer heute an dich denkt,
obwohl ihr euch vielleicht nur einmal begegnet seid.
Du weißt nicht, wer heute noch über einen Witz von dir lacht,
den du vor zehn Jahren erzählt hast.

Du weißt nicht,
was du anderen bedeutest.
Du weißt nicht,
wer dich einmal ansprechen wollte,
sich aber nicht getraut hat.

Du weißt nicht,
welchen Einfluss du auf das Leben anderer Menschen hast.

Doch ich bin mir sicher:
Diese Menschen gibt es.

Menschen, für die du jemand bist,
bei dem sie einfach sie selbst sein können.

Und du darfst dir den Raum nehmen.
Den Raum, den du brauchst,
um zu heilen
und zu wachsen.

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Alltagsgedanken

Ein Hoch auf dich und das Leben.

Ohrenbetäubendes Rauschen vernebelt mir den Verstand, als hätte ich den Radiosender gewechselt und keinen guten Empfang. Ich weiß ganz genau, was nun kommt: Diese immer lauter werdende Stimme, die in mir wohnt, sich in mir eingenistet hat und mich immer mal wieder besucht. Zwar nicht mehr so oft wie noch vor einem halben Jahrzehnt und doch noch oft genug.

Im Innern diskutieren wir: Die Stimme ist kontra, ich – wie immer – pro. Pro Leben, pro Wachstum, pro Vertrauen. Doch mein argwöhnischer Begleiter ist dagegen, egal, wofür ich bin – er hält dagegen.
„Du hast das bisher auch noch nicht gemacht. Wieso jetzt? Du hast bisher so gedacht und agiert, wieso willst du das ändern?“
Ich bleibe ruhig und gebiete ihr Einhalt mit einem einfachen „Stop“. Der empfohlene Trick meiner Therapeutin ist so simpel wie effektiv. Innerhalb von einer Sekunde ist Ruhe. Ich genieße die sich ausbreitende Stille und atme tief durch.

Ich weiß, wer ich bin, was ich kann und was ich tun werde. Ich brauche keine Kritikerin, keine Rezensentin, die mein Leben bis ins Kleinste bewertet und nichts anderes kann, als darüber zu nörgeln, was ich nicht richtig mache.

Das Leben ist nicht dafür da, alles bis ins letzte Detail zu planen und zu kontrollieren, sondern dafür, so zu leben, wie man es möchte. So zu leben, dass man glücklich ist. Und zwar nicht erst im nächsten Jahr oder in fünf oder wenn man dies und jenes erreicht hat, sondern jetzt, in diesem Moment.

Was ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist, dass Angst zwar manchmal durchaus sinnvoll ist, aber man nicht zulassen darf, dass daraus ein Käfig wird. Und der erste Schritt, um dem entgegenzuwirken ist, genau das zu tun, was einem Angst macht.

Alles beginnt damit, für sich selbst einzustehen, zu sagen, was einen bewegt und klipp und klar „Nein“ zu sagen, wenn man etwas nicht tun möchte. People pleasing ade.

Wenn du kennst, worüber ich hier schreibe, möchte ich dir Folgendes sagen:

Du bist wichtig.
Deine Meinung zählt.
Du bist wertvoll und du wirst geliebt.

Und irgendwann wirst du verstehen, wieso diese Phase in deinem Leben vonnöten war. Du wirst dich selbst kennen und lieben lernen – auch wenn dir das gerade vielleicht noch unmöglich erscheint. Deine Gedanken, Verhaltensmuster und Glaubenssätze sind über Jahrzehnte hinweg entstanden, daher wirst du sie nicht über Nacht verändern können. Doch nach und nach, in deinem ganz eigenen Tempo, wirst du Veränderungen bemerken und das Bild, das du von dir hast, wird sich ins Positive wandeln.

Da bin ich mir sicher.





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