Poesie

Leben ist Heilung.

Das Leben möchte mich verführen
und ich etwas spüren.
Doch die Angst hindert mich,
denn jeder Moment des Friedens kann tückisch
und schneller wieder vorbei sein als ein Wimpernschlag,
könnte mich in noch tiefere Schluchten ziehen.

Das Leben lädt mich ein,
auf einen Tanz,
doch ich halte es auf Abstand.
Ich bin kein Lebender,
sondern ein Beobachter,
möchte alles im Blick behalten,
das große Ganze sehen,
jede Bewegung eines jeden Einzelnen bemerken,
jede mögliche Gefahr sofort identifizieren können.

Abstand war schon immer das, was mich am Leben hielt,
atmen, sehen, riechen, aber doch abgekoppelt von mir selbst sein.
Denn ich bin nicht …
Was bin ich nicht?
Würdig.
Gut genug.
Gut genug,
um hier zu sein.
Möchte mich von diesen Gedanken befreien.

Das ist, was mich mein Sein hier oft gelehrt hat,
und ich hab es satt.
Möchte mir selbst beibringen,
wie es sein kann, auf dieser Welt zu sein,
möchte weniger auf die Stimmen im Außen,
und mehr auf mich selbst hören.
Denn du weißt nicht, wer ich bin.
Und ich versuche es herauszufinden.

Ich lass mich daher ein,
auf den Tanz mit dem Leben.
Ich bin nicht hier,
um den Frieden zu wahren,
sondern meine Grenzen.
Ich bin nicht hier,
um deiner Vorstellung zu entsprechen,
sondern meiner.
Ich bin nicht hier,
um klein beizugeben,
sondern, um zu sagen,
was mich bewegt,
und dir vielleicht einen anderen Blickwinkel
auf dich selbst und das Leben zu ermöglichen.

Ich bin nicht hier, um zu existieren,
sondern um zu leben.
Jeden Tag bis aufs Kleinste auszukosten,
den Wind auf meiner Haut zu spüren,
Gerüche einzusaugen,
der Schönheit dieser Welt
meine Aufmerksamkeit zu schenken,
und mich selbst dazuzuzählen.

Wir alle sind einzigartig
und haben es verdient,
hier zu sein,
auch wenn wir das manchmal anzweifeln.

Ich lasse mich ein
auf das Leben,
auf die Möglichkeiten,
auf die Menschen,
auch wenn es mir eine scheiß Angst macht,
mich zu öffnen,
zu groß ist die Furcht,
verletzt zu werden.

Aber weißt du, was das Wundervolle ist?
Wir sind nicht allein.
Begegnungen sind nicht immer schmerzhaft,
sie können heilsam sein.

Also lass uns heilen

 – gemeinsam.



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